Das 3-Konten-Modell

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In diesem Beitrag erfährst Du, wie ich meine Geldströme
automatisiert habe und steuere. Mit dem 3-Konten-Modell.


Mit diesem Modell bezahlst Du Dich zuerst, das heißt, nach Deinem Geldeingang sparst Du mittels Dauerauftrag auf Dein Tagesgeldkonto und mit ETF-Sparplänen in Dein Depot.
Sobald dann alle Daueraufträge und Lastschriften von Deinem Girokonto abgebucht wurden, kannst Du das restliche Geld mit gutem Gewissen ausgeben, da Du Dich ja bereits nach Zahlungseingang selbst bezahlt hast.
Natürlich ist das am Anfang etwas Arbeit, diese Struktur einzurichten, aber es lohnt sich!
Wenn alles einmal organisiert ist, hast Du eine Sorge weniger im Kopf und Du kannst Dich anderen wichtigen und schönen Dingen widmen.

Welche Anbieter ich dafür nutze, erfährst Du hier.

1. Kostenloses Girokonto mit kostenloser Kreditkarte

Das kostenlose Girokonto mit kostenloser Kreditkarte
ist die Basis meines 3-Konten-Modells.
Warum kostenlos? Die meisten großen Filialbanken lassen sich persönlichen Service mit einer Kontoführungsgebühr bezahlen. Für alltägliche Geldgeschäfte brauchst Du keine Filiale oder persönlichen Service.
Falls Du allerdings noch öfter Bargeldeinzahlungen tätigst, solltest Du die Preise bei Filialbanken vergleichen.
Direktbanken und FinTech Unternehmen lassen sich solche Transaktionen teilweise mit hohen Gebühren bezahlen.

Je nachdem, wann Du Dein Geld bekommst,
Anfang, Ende oder Mitte des Monates, landet dieser Geldeingang oder natürlich auch mehrere, wenn Du Nebeneinkünfte hast, auf Deinem Girokonto.

Falls Du selbstständig sein solltest, überweist Du Dir monatlich einen fixen Betrag,
von Deinem Geschäftskonto aus, auf Dein Privatkonto (Girokonto).

Dann gehen alle Fixkosten von diesem Konto weg, meist automatisch per Lastschrift. Die Miete meist per Dauerauftrag.

Die gängigsten Fixkosten sind:

  • Miete
  • Strom/Gas
  • Internet
  • Telefon
  • Versicherungen

Natürlich können diese variieren, ich z.B. lease mein Auto oder Kosten für öffentliche Verkehrsmittel sind auch fix.
Fixkosten, wie der Name schon sagt sind fix, heißt ich weiß wann ich sie zahlen muss und in welcher Höhe. Diese sind somit kalkulierbar.

Kosten wie z.B. Ausgaben für Lebensmittel oder Benzin variieren immer etwas von Monat zu Monat, weil Du natürlich mal etwas mehr fährst mal etwas weniger, genau wie bei Lebensmittel, mal kaufst Du etwas mehr ein, mal etwas weniger.
Hier kannst Du Dir natürlich Budgets festlegen, um nicht in einem Monat völlig überrascht zu werden. Übers Budgetieren werde ich noch einen Beitrag erstellen.

Wenn Du nun Dein Sparen noch nicht automatisiert hast, gehen alle Fixkosten weg und den Rest gibst Du mit einem komischen Bauchgefühl aus, weil Du Dir denkst:
„Eigentlich müsste ich doch Sparen und etwas fürs Alter zurücklegen.“ Oder?
Man gibt das restliche Geld aus, klar hat man ja auch dafür gearbeitet, warum also nicht?
Man lebt quasi finanziell von Monat zu Monat…
Habe ich früher auch so gemacht.
Kein Drama! Deswegen bist Du da.

2. Separates Tagesgeldkonto

Hier „parkst“ Du Deinen Notgroschen.
Dieser ist für Unvorhergesehenes, z.B. Autoreparatur,
neue Waschmaschine usw. Der Notgroschen sollte 3-4 Nettogehälter groß sein, heißt, wenn Du 1500 € Netto verdienst, 4500 € bis 6000 €

Warum separat? Weil Du Dich hier ein Stück weit selbst austricksen darfst. 😉
Hier heißt es: Aus den Augen, aus dem Sinn.
Das heißt, Dein Girokonto wirst Du ab und an checken, wie viel Geld Du hast.
Wenn Du nun hier Deinen Notgroschen noch liegen hast, bist Du vielleicht in Versuchung, diesen in Anspruch zu nehmen.
Er ist wirklich ausschließlich für Notfälle gedacht.

Wenn Du Deinen Notgroschen erst noch aufbauen musst, machst Du das mit einem Dauerauftrag von Deinem Girokonto auf Dein Tagesgeldkonto.
Die Höhe bestimmst du selbst.
Der Richtwert ist mindestens 10 % vom Nettoeinkommen.
Natürlich ist der Notgroschen essentiell und die Basis Deiner weiteren Investitionen.
Das heißt, er muss immer aufgefüllt sein, bevor Du weitere Summen investierst.


Falls Du einen Teil Deines Notgroschen gebraucht hast, weil Du eine unvorhergesehene Ausgabe hattest, füllst Du ihn wieder mit Hilfe eines Dauerauftrages auf. Sobald er wieder voll ist, kannst Du den Dauerauftrag wieder löschen.

3. Wertpapierdepot

Dieses sollte auch bei einem separaten Anbieter sein, denn hier gilt das Gleiche Motto wie beim Tagesgeldkonto:
Aus den Augen, aus dem Sinn.

Meine Strategie, wie ich investiere und in was, erfährst Du hier!

Natürlich gibt es hier viele Wege und jeder wird seinen individuellen wählen, doch gibt es einige grundlegende Elemente, an denen man sich orientieren kann.

Zuerst die Frage:
„Warum sollte man überhaupt in Aktien oder ETFs investieren?“

In den 80er Jahren hießt es in der Politik noch:
„Denn eins ist sicher: Die Rente!“

Bis dahin war das wohl auch noch so, doch für die Jahrgänge ab 1960 und später ist sie leider nicht mehr so sicher, bzw. nicht in ausreichender Höhe verfügbar.
Und die Entwicklung ist negativ, nicht positiv.
Jeder von uns der schon einmal einen Rentenbescheid erhalten hat, weiß wovon ich rede.
Das Ganze hat natürlich auch mit dem demografischen Wandel zu tun.
Früher gab es ausreichend Beitragszahler, die für die Rentner eingezahlt haben.

Heutzutage ist das leider nicht mehr so, da das Verhältnis zwischen Rentnern und Beitragszahlern nicht mehr passt.
Auf einen Rentner kommen aktuell 2 Beitragszahler, früher waren es 3.

Die Kollegen von Finanztip empfehlen mindestens 15 % von seinem Nettoeinkommen zu sparen, besser noch zu investieren, da die gesetzliche Rente bei den meisten nicht ausreichen wird.
15 %? Für den ein oder anderen wird sich das jetzt nach viel anhören. Besser wären sogar 20, 25 % oder noch mehr.
Dieser Prozentsatz hängt natürlich vom Einkommen und Berufsstatus ab.

Jemand der sein Leben lang in einem Angestelltenverhältnis ist, muss mehr privat vorsorgen als z.B. ein Beamter, da dieser besser gestellt ist.
Ein Selbstständiger kann sich aussuchen, wie viel er in die gesetzliche Rente einzahlt, wenn er wenig, oder gar nichts einbezahlt, muss er privat noch mehr dafür beiseite legen.

pexels photo 313032 - Das 3-Konten-Modell

In Aktien und ETFs investieren,
ist das nicht risikoreich?

Ja, ist es!
Die Kurse schwanken, mal mehr mal weniger.
Siehe in jüngster Vergangenheit:

  • 2000: Die Dotcom-Blase
  • 2007/2008: Die Hypothekenkrise
  • oder aktuell: Corona

Das Risiko kann aber kleiner gemacht werden.
Das heißt, das Investieren in ETFs für die Altersvorsorge empfiehlt sich ab einem Anlagezeitraum von mindestens 15 Jahren.
Wenn man heute z.B. 63 ist und in 4 Jahren in Rente geht, sollte man nicht mehr in ETFs investieren, da das Risiko zu groß ist, das die Kurse negativ sind und man einen Verlust realisieren muss.

Ein weiteres essentielles Element ist die Diversifikation, die breite Streuung des Anlagevermögens.
Hier wird das Risiko gemindert, indem man in viele Unternehmen investiert, nicht nur in eines, wie bei Einzelaktien.
Der MCSI World z.B. bildet über 1600 Unternehmen aus 23 Ländern ab.

Das Risiko klein halten

  • 1. Strategie: Buy and Hold, ETFs kaufen und halten.
  • 2. Anlagezeitraum: Mindestens 15 Jahre.
  • 3. Diversifikation: Breit gestreut, nie bereut.

Beim Investieren musst Du natürlich auch Deine Risikobereitschaft kennen, das heißt was passiert mit deinem emotionalem Zustand, sobald die Kurse im Keller sind.
Ich schreibe bewusst „sobald„, weil sie das sein werden.
Kannst Du es verkraften, wenn die Kurse 20, 30 oder sogar 50% im Keller sind?
Wie viel Geld investiert Du? Somit der risikobehaftete Teil
und wie viel Geld lässt Du auf dem Tagesgeldkonto?
Der risikoärmere Teil.
Zu diesem Thema werde ich noch einen separaten Beitrag erstellen.

Dazu ein Beispiel

Stefan verdient 1650 € netto monatlich.

Er hat einen Notgroschen von 5000 € und keine Schulden.
Seine Kosten setzen sich wie folgt zusammen:

Miete650 €
Strom50 €
Internet30 €
Telefon40 €
Versicherungen80 €
Lebensmittelca. 150 €
Benzinca. 100 €
Urlaub100 €
Spaß und Freizeit100 €
Gesamt1300 €
übrig bleiben350 €

Übrig bleiben 350 €, das sind rund 21 % von seinem Nettoeinkommen.
250 € investiert er monatlich in einen ETF-Sparplan.
100 € spart er, als Cashreserve auf einem separaten Tagesgeldkonto,
da er nicht alles investieren möchte.

Dieses Beispiel ist natürlich ein Idealfall, so kann es aussehen.
Wenn Du nun siehst, dass Du bereits z.B. für Deine Miete und Dein Auto mehr als 50 % von Deinem Netto ausgibst, solltest Du nach Möglichkeiten suchen, wo man sparen kann, oder versuchen Dein Einkommen zu erhöhen. 😉

Fazit

Diese Organisation meiner Konten ist natürlich nur ein Weg.
Als Grundlage für Deine finanzielle Basis mit Sicherheit ein super Anfang.

Diese 3 Konten können natürlich nach Belieben erweitert werden.
Ich z.B. habe zusätzlich 4 Tagesgeldkonten für Notgroschen, Urlaub,
Cashreserve und Sparen fürs Auto.

Eine weitere Möglichkeit wäre, ein weiteres Girokonto zu eröffnen,
als sogenanntes „Spaßkonto„, worauf Du Dir Anfang des Monats ein gewisses Budget überweist und dieses Konto bis Ende des Monats leerräumst und dieses Geld mit Freude ausgibst.
Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Wenn Du diese Strategie des 3-Konten-Modells umsetzt und langfristig beibehältst, wirst Du auf jeden Fall eine Sorge weniger haben und das alles automatisch mit Hilfe von Daueraufträgen und monatlichen Sparplanausführungen, somit musst Du Dir
um nichts mehr Gedanken machen.

Lass gerne ein paar Worte da, falls Du Fragen oder Anregungen hast.